Magenkrebs und Speiseröhrenkrebs überleben
Magenkrebs und Speiseröhrenkrebsüberleben

Gemeinschaft pflegen!

Es erscheint fast zu banal, um darauf hinzuweisen. Ich möchte es aber trotzdem tun, weil ich sehr oft erlebt habe, dass Patienten dieses Thema völlig unterschätzen und deshalb 3 Wochen lang kreuzunglücklich durch die Klinik schleichen, während alle anderen gemeinsam eine wunderschöne Zeit erleben.

Spätestens wenn man zum erstenmal gemeinsam am Tisch im Speisesal sitzt, sollte man die anderen begrüßen und sich mit Namen vorstellen. Wenn es angebracht erscheint, gerne mit dem Vornamen. Eine kurze Frage wie "na, bin ich der einzige, der heute neu ist am Tisch?" wird sofort mein Interesse an Kommunikation zeigen und auch den ersten Anlass zu Berichten der anderen Patienten liefern, die man an anderer Stelle dann gern fortsetzen wird.

Es gibt tatsächlich Tische, an denen tagelang kein Wort gesprochen wird, und wenn es erstmal so begonnen hat, wird es sicherlich auch schwierig, es später noch zu ändern. Deshalb ist es so wichtig, sich gleich von Anfang an kommunikativ  zu zeigen und von sich aus das Gespräch zu eröffnen. Nicht nur am Esstisch, sondern auch auf Wartestühlen, beim gemeinsamen Sport, bei Freizeitbeschäftigungen u.s.w.  Daraus entstehen die sehr wichtigen kleinen Patienten-Freundeskreise. Mitpatienten, mit denen man immer wieder gern das Gespräch sucht, und mit denen man gern gemeinsam seine Freizeit verbringt. Genau diese kleinen Gemeinschaften  tragen entscheidend dazu bei, dass ich mich jeden Tag in meiner Reha wohl fühle, und dass ich die Zeit als angenehm und interessant statt langweilig empfinde, Außerdem gilt auch hier, vielleicht sogar ganz besonders: geteiltes Leid ist halbes Leid, und geteilter Spaß ist doppelter Spaß.

Deshalb ist es auch sehr wichtig, einen Teil der Wochenenden zusammen mit anderen Patienten zu verbringen. Mit Spaziergängen, langen Gesprächen, Sportveranstaltungen oder langen Cafebesuchen. Da dürfen die Besuche von Familie und Freunden ruhig etwas hinten anstehen, denn die sind es nicht, die zu einer gelungenen Reha beitragen.

 

Zum Thema "gelungene Reha": ich habe noch einige sehr nette Kontakte zu meinen ehemaligen Mitpatienten,und immer wenn die Sprache auf unsere Rehazeit kommt, dann spielen Wetter, Essen, Zimmer oder Therapeuten kaum eine Rolle. Das wichtigste Thema ist immer: es waren richtig nette Leute in unserer kleinen Truppe, und wir haben eine sehr schöne Zeit miteinander verbracht.

 

 

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© - Frank Maienschein 2017