Magenkrebs und Speiseröhrenkrebs überleben
Magenkrebs und Speiseröhrenkrebsüberleben

Kreon & Co.

Das Medikament, von dem hier die Rede ist, besteht, ganz laienhaft und einfach gesagt, aus zermahlener Schweinepankreas (Bauchspeicheldrüse). Es wird in Kapseln unterschiedlicher Stärke angeboten. Und es ist dazu da, bei Fehlfunktion oder komplettem Fehlen der Bauchspeicheldrüse die wichtigsten von der Bauchspeicheldrüse gelieferten Verdauungsenzyme zu ersetzen. Hauptsächlich die zur Fettverdauung. Anderenfalls kommt es häufig zu schweren Fettstühlen und Durchfällen, die sich natürlich ungünstig auf das Wohlbefinden und die Gewichtsentwicklung auswirken.

So weit, so einfach.

 

Nun ist aber vielen von uns bei der Magenhochzug-OP die Bauchspeicheldrüse gar nicht entnommen worden, und eine Stuhlprobe hat möglicherweise sogar noch bestätigt, dass unsere Bauchspeicheldrüse wunderbar funktioniert.

Und trotzdem haben wir mit zunehmender Nahrungsaufnahme auch zunehmend das Problem, dass immer wieder Durchfall und vor allem Fettstühle auftreten.

So mancher Arzt wird da vielleicht hilflos den Kopf schütteln und erklären, dass man dann eben vorsichtiger mit fetten Speisen sein soll.

Was vielleicht gut gemeint, aber nicht ganz so einfach ist. Denn unsere hauptsächlichen Kalorienlieferanten sind nun mal Eiweiß, Fett und Zucker. Wobei wir schon mit dem Zucker sehr vorsichtig sein müssen wegen des leidigen Dumping-Syndroms, und nun sollen wir auch noch auf Fett verzichten. Wovon sollen wir denn dann zunehmen?

 

Hier kommt ein Phänomen ins Spiel, welches vielen Medizinern und Ernährungsfachleuten bestens bekannt ist, welches aber von anderen als Aberglaube oder Placeboeffekt abgetan wird und leider von den Krankenkassen auch oft nicht freiwillig anerkannt wird:

 

auch bei gesunder Pankreas kann dieses Medikament eine sehr gute Wirkung haben!

 

"Gott sei Dank" habe ich während meiner zweiten Reha massive  Fettstühle bekommen, wahrscheinlich weil dort mit wesentlich mehr Fett gekocht wurde als bei mir zu Hause. Die Ernährungsberaterin reagierte darauf zum Glück, indem sie mir nicht Schonkost verordnete, sondern die probeweise Einnahme von je 25.000 Einheiten (je eine Kapsel) Kreon zu Mittagessen und Abendessen, und mir das Medikament reichlich zur Verfügung stellte.

 

Schon am übernächsten Tag besserte sich meine Verdauung erheblich, trotz unveränderter Ernährung. Dies führte dazu, dass ich später auch zu Hause völlig problemlos etwas fettere Mahlzeiten zu mir nehmen konnte, und ich legte sogar ein paar kg an Gewicht zu.

Den Reha-Arzt bat ich, in meinem Abschlussbericht ausdrücklich die Gabe und gute Wirksamkeit dieses Medikaments zu dokumentieren und als fortlaufene Medikation zu empfehlen.

Ich ließ mir auch noch ein paar Kapseln mit 40.000er Dosis mitgeben, so dass ich bei besonders fettreichen Speisen im Einzelfall mal mit einer leicht erhöhten Dosis experimentieren konnte. All das mit hervorragenden Ergebnissen, denn meine Verdauung ist seitdem weitgehend normal.

 

Nach meiner persönlichen Erfahrung kann ich deshalb die Wirksamkeit des Medikaments bei Patienten mit funktionsfähiger Bauchspeicheldrüse voll bestätigen. Ohne diese Medikament hätte meine Genesung und vor allem die Gewichtsentwicklung einen völlig anderen Verlauf genommen.

 

Der Haken an der Geschichte: nach einer "befundlosen" Stuhlprobe bezahlt die Krankenkasse das (übrigens ziemlich teure) Medikament nicht ohne weiteres. Hier war mein Arzt sehr hilfreich: er hat einen wohlformulierten Antrag auf Kostenübernahme geschrieben, den ich bei der Krankenkasse eingereicht habe, und in meinem Fall wurde eine positive Entscheidung getroffen.

 

Um hier keine zu einseitige Werbung zu machen:

Kreon ist nur einer von vielen Produktnamen für dieses Medikament. Es gibt dieses Medikament von vielen anderen Herstellern und unter mehreren Produktnamen, die wohl gleich gut wirken (bei mir jedenfalls), teilweise aber zu erheblich günstigeren Preisen.

 

 

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