Magenkrebs und Speiseröhrenkrebs überleben
Magenkrebs und Speiseröhrenkrebsüberleben

Updates

Hier möchte ich regelmäßige Informationen über die weitere Entwicklung meiner Genesung, meines Gesundheitszustands und meiner Erfahrungen mit der Zeit nach der Erkrankung geben.

Februar 2020

 

Der Sommer und Herbst 2020 waren geprägt durch einen wunderschönen, unvergesslichen Sommerurlaub mit Caravan und Mountainbikes in den slowenischen Alpen, sowie einer spätsommerlichen, zweiwöchigen Motorradreise durch die Alpen und einer Herbstwoche mit dem Bulli an der Nordsee. Das sind für meine Verhältnisse durchaus anstrengende, aber sehr lohnenswerte Reisen.

Mein Gewicht ist während dieser Reisen fast erwartungsgemäß wieder auf ca. 85kg gesunken, aber ab dem Herbst bin ich ohne große Anstrengungen nach und nach wieder auf mein Wunschgewicht von 87-88kg gekommen. Die Ernährung während der Urlaube und Reisen klappt inzwischen problemlos und schränkt mich kaum noch ein, auch weil ich bzw. wir uns an Urlaubs- und Tagesabläufe gewöhnt haben, die sehr viel Spaß machen, Abenteuer und Erholung bieten und trotzdem meine Bedürfnisse berücksichtigen. Alles wunderbar! :)

Nachdem ich seit Oktobe 2019 auch wieder regelmäßig im Studio trainiere (im Sommer war es da einfach zu heiß), geht es mir körperlich so richtig gut. Eine ziemlich lange und fette Erkältungsphase zum Jahreswechsel habe ich locker weggesteckt.

Alle längerfristigen Nebenwirkungen und Folgen meiner Behandlung, so z.B. Herzprobleme wg. Mitbestrahlung des Herzens, die man mir damals als hohe Risiken genannt hat, sind bisher nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil, mein Kardiologe bescheinigt mir ein gesundes und sehr leistungsstarkes Herz.

In den Wintermonaten gehe ich nun neben regelmäßigem Sport meinem vor vier Jahren in der Reha entdeckten, liebsten "Indoor-Hobby" nach, dem Malen. In ein paar Wochen werde ich aber wieder mit der Planung der Sommertrips beginnen und freue mich schon sehr darauf.

 

Das Leben wird immer unbeschwerter, je länger ich die Krankheit hinter mir habe, und die weiterhin sehr guten Untersuchungsergebnisse (letztmalig im Januar) machen mir sehr viel Mut, nun doch wieder recht langfristige Pläne zu machen und mich schon jetzt auf die Zeit in 4 Jahren zu freuen, wenn meine Frau pensioniert wird und wir zusammen längere Reisen machen können.

Juni 2019

 

Im letzten Winterhalbjahr habe ich nach den vielen Aktvitäten des Sommers nicht nur mein vorheriges Gewicht von 85-86kg innerhalb von 2 Monaten ohne jede Anstrengung wieder erlangt, sondern ich habe um Weihnachten herum sogar die 87 kg erreicht. Voraussetzung dafür war allerdings ein über mehrere Wochen relativ regelmäßiger Tagesablauf, bei dem ich (abgesehen von sehr regelmäßigem Training) viel Zeit mit Kochen, Essen und davon Ausruhen verbringen konnte. Im Februar habe ich ein neues, sehr anstrengendes Projekt begonnen, nämlich den Ausbau eines VW-Bus zu einem Wohnmobil, also über 2-3 Wochen jeden Tag von morgens bis spätnachmittags viele Schreinerarbeiten und andere körperliche Anstrengungen. Ein paar Wochen danach (im Mai) eine 2-wöchige Motorradreise nach Frankreich und in die Schweiz, und Anfang Juni habe ich einige Tage damit verbracht, meinem Sohn beim Umzug zu helfen und in einer 95qm-Wohnung alle Decken und Wände zu streichen. Daneben habe ich noch monatelang 2x pro Woche an sehr ausgiebigen und anstrengenden Chorproben teilgenommen und bei zwei großen Chorkonzerten mitgewirkt.

Obwohl all das sehr oft dazu führte, dass ich keinen normalen Tages- und Mahlzeitenplan einhalten konnte, ist mein Gewicht nicht mehr unter 85kg gesunken. Zudem sind all die Verdauungsprobleme der letzten Jahre, z.B. Fettstühle, Durchfälle, gelegentliches Dumping, nächtliche Säureattacken u.s.w., immer seltener aufgetreten und spielen in meinem Alltag fast keine Rolle mehr.

Meine Mahlzeiten sind seit letztem Sommer nicht mehr größer und mein Essverhalten nicht mehr anders geworden. Ich stelle aber zunehmend fest, dass die Mahlzeiten mich etwas weniger belasten: ich schlafe zwar immer noch gern ein halbes Stündchen nach dem Essen, aber es geht auch ohne, falls nötig. Das war im letzten Jahr noch anders.

All die vielen Akivitäten der letzten Monate haben u.a. dazu geführt, dass ich meine gesundheitlichen und sonstigen körperlichen Grenzen immer besser einschätzen und akzeptieren kann, und ich lerne immer besser, meine Grenzen nicht zu überschreiten. Z.B. weiß ich inzwischen genau, was und wieviel ich etwa bei einem Restaurantbesuch essen darf, um danach noch ohne große Probleme bis zum Auto laufen zu können, oder mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß nach Hause zu kommen.

Je selbstverständlicher viele anstrengende Aktivitäten für mich werden, desto mehr vergesse ich,  dass all diese DInge vor 2 Jahren noch unmöglich gewesen wären. An solchen Dingen merke ich, dass ich die Erkrankung inzwischen fast ganz hinter mir gelassen habe.

Nun freue ich mich schon auf einen aktiven Sommerurlaub!

September 2018

 

In den Sommerferien  sind wir 3 Wochen in die Dolomiten zum Mountainbiken gefahren. In dieser Zeit haben wir fast jeden Tag lange und durchaus anstrengende eMTB-Touren unternommen. Über 1.000 Höhenmeter pro Tag, und das auf sehr anspruchsvollen, teilweise nur gerade noch fahrbaren Trails, das ist auch mit e-Unterstützung eine ziemlich sportliche Angelegenheit. Der geänderte Tagesablauf (tagsüber unterwegs nur kleinere Mahlzeiten, spätnachmittags oder abends die Hauptmahlzeit) hat recht gut funktioniert, lediglich geringe nächtliche Säureattacken (wohl durch das späte Essen) waren die Folge.

Nur wenige Tage später bin ich nochmals in die Alpen gefahren (Österreich/Italien), um dort einen zweiwöchigen Motorradurlaub zu verbringen. Mini-Wohnmobil als Basisstation, und fast täglich etwa 6 Stunden lange Tagestouren mit dem Motorrad. Dabei Selbstversorgung: tagsüber unterwegs mit Yoghurtdrinks, belegten Brötchen u.s.w., nachmittags/abends Tiefkühlgerichte auf dem Campingkocher.

Während dieser sehr aktiven Sommerzeit, die zudem geprägt war von teilweise unregelmäßigen und andersartigen Mahlzeiten sowie außerordentlich heißem Wetter, habe ich "nur" etwas mehr als 2 kg abgenommen. Nun starte ich mit knapp 83kg in das Winterhalbjahr und bin gespannt, wie lange es dauern wird, mich wieder auf 85-86kg hochzufuttern.

Ich bin sehr glücklichund ein bisschen stolz, dass ich in diesem Sommer so viele sportliche Aktivitäten wahrnehmen konnte, und dass ich mit den Umständen, die ein Campingurlaub in den Dolomiten und ein mehrwöchiger Motorradurlaub mit sich bringen, so gut zurecht gekommen bin. Vor zwei Jahren hätte ich so etwas noch für völlig unmöglich gehalten.

 

 

Januar 2018

 

Die inzwischen nur noch halbjährlichen Nachsorgeuntersuchungen sind weiterhin unauffällig.

Im Laufe des Jahres 2017 konnte ich die Portionsgrößen meiner Mahlzeiten und auch die Vielseitigkeit auf ein absolut normales Maß steigern. Ich esse wieder fast dieselben Dinge (und das sehr gerne ;) wie vor der OP. Lediglich die 30-60minütigen Ruhezeiten nach den Mahlzeiten (je nach Größe) muss ich weiterhin einhalten. Die Zahl der Mahlzeiten konnte ich damit auf 4 reduzieren. Gleichzeitig konnte ich mein Gewicht bei regelmäßigem Kraft-Ausdauersport (3x pro Woche) auf 85-86kg steigern, also im Jahr 2017 ein Anstieg um 2 kg.

Durchfall u.ä. kommt nur noch alle paar Wochen vor. Dumping fast überhaupt nicht mehr, und wenn, dann nur in der allerleichtesten Form.

Körperlich fühle ich mich annähernd so kräftig und in vielen Bereichen fast so leistungsfähig wie vor der Erkrankung, abgesehen von den bekannten Einschränkungen.

Eine deutliche Reduzierung stelle ich beim Lungenvolumen fest. EInerseits beim Ausdauersport, andererseits beim Singen im Chor. Ich schiebe das auf den Raum, den mein Essensreservoir (der hochgezogene Magen) im Brustraum fordert, werde im Falle einer Verschlechterung aber mal einen Lungenfunktionstest u.s.w. machen.

Ich habe im Laufe des Jahres zwei Versuche gemacht, Pantropazol 40 abzusetzen, aber ohne Erfolg. Die Magensäure hat nachts zu sehr starken und regelmäßigen Hustenanfällen geführt. Seitdem nehme ich es wieder regelmäßig (40mg pro Tag, immer abends).

Im Laufe des Jahres konnte ich feststellen, dass ich psychisch doch deutlich weniger belastbar bin als vor der Erkrankung. Z.B. großer Lärm oder stressige Situationen belasten mich deutlich mehr als früher. Gut dass ich seit einigen Wochen nicht mehr arbeiten muss! Meine Hobbys, wie Malen, Mountainbikefahren und in meinem Homestudio Musik zu produzieren, machen mir umso mehr Freude :)

Ich kann inzwischen wieder mehrwöchige Urlaubsreisen ins nahe Ausland unternehmen.

 

 

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